Presse

Bratwurst für alle Bundesübungsschützen am 22. April 18.00



«Man lernt, sich zu konzentrieren»

Die Schützengesellschaft lockt mit Geselligkeit und Bratwurst

Die Schützengesellschaft Rorschacherberg hat mit Nachwuchsmangel zu kämpfen. Ausserdem führt er die obligatorischen Schiessübungen des Bundes durch. Auch dort tauchen nicht alle auf, obwohl es Pflicht wäre. Der Verein möchte mit einer einmaligen Aktion die Leute motivieren.



«Es ist sehr schwierig, persönlich in Kontakt mit jenen zu kommen, die an das obligatorische Schiessen eingeladen werden, da sich in Rorschacherberg alles verteilt und es keinen richtigen Treffpunkt gibt. Die meisten kommen erst beim letztmöglichen Termin», sagt Viktor Klausberger, Präsident der Schützengesellschaft Rorschacherberg. Da gerade das obligatorische Schiessen nicht bei allen sehr beliebt sei, komme es oft vor, dass die Leute erst beim zweiten oder dritten Aufruf kommen.

Bratwurst für jeden Teilnehmer

Das obligatorische Schiessen findet wie auch das Sportschiessen des Vereins bei der Schiessanlage Witen in Goldach statt. «Wir möchten nun mit einer einmaligen Aktion versuchen, die Leute zu animieren. So werden wir beim nächsten obligatorischen Schiessen, Mittwoch 22. April von 18 bis 19.30 Uhr Bratwürste an jene verteilen, die bei der Schützengesellschaft Rorschacherberg ihr Standblatt lösen. Es sind aber auch diejenigen willkommen, die das Schiessprogramm nicht ausführen müssen», so Klausberger. Er sagt, im Verein werde die Gesellschaft an die erste Stelle gesetzt natürlich nebst dem Sport und dem wohlwollenden Wettkampf.

Lange Zeit dabei

Auch sonst gestaltet sich die Suche nach dem Nachwuchs immer schwieriger. «Wir haben derzeit rund 22 Mitglieder. Zu Spitzenzeiten waren wir doppelt so viel. Im Rorschacherberg gab es gar zwei Schützengesellschaften», sagt Sepp Huser, Beisitzer und ehemaliger Jungschützenleiter der Schützengesellschaft. Die beiden Herren sind schon lange Zeit im Verein und schätzen ihn sehr. Die Möglichkeiten, an neue Mitglieder zu kommen, beschränkt sich auf schriftliche Einladungen. «Es gibt in Rorschacherberg kaum noch Beizen oder Orte, an welchen wir Leute treffen und sie auf uns aufmerksam machen können», so Klausberger.

«Synergien nutzen»

Huser, der seit rund 30 Jahren in der Schützengesellschaft ist, sagt, es gehe im Verein nicht nur um das Schiessen, sondern um die sozialen Kontakte und das Lockere. Klausberger kann das bestätigen: «Kaum jemand, der zu uns kommt, hört wieder auf. Wenn, dann nur wegen des Alters. Wir unterstützen uns immer gegenseitig.» Beide wissen, dass es in der heutigen Zeit ein immenses Angebot an Freizeitaktivitäten und Vereinen gibt und es deshalb so schwer ist, neue Mitglieder zu gewinnen. «Wir schreiben jedes Jahr mögliche Jungschützen an inzwischen gemeinsam mit Goldach, da wir dann die Synergien nutzen können», meint Klausberger.

Geduld und Präzision

Huser sagt, auch die immer mehr schwindende Akzeptanz gegenüber des Schiesssportes sei ein Problem. «In den vergangenen Jahren wurde der Schiesssport weniger als Sport, sondern mehr als lärmige Beschäftigung wahrgenommen», sagt Huser. Und mit Krieg und Gewalt habe der Schiesssport sowieso nichts gemein. «Natürlich ist es eine Waffe. Aber wir nutzen sie für den Sport. Man lernt, sich zu konzentrieren, präzise zu sein und Geduld zu haben», so Klausberger.

Stefanie Rohner

Informationen zur Schützengesellschaft: www.sg-rb.ch
Bodensee Nachrichten vom Freitag, 17. April 2015, Seite 4 (1 View)